Freiwillige in Weiterbildung

Täglich nehmen wir mit unseren Sinnen eine Fülle von Informationen auf. Wir gehen durch die Straßen, hören den nahenden LKW, Stimmen, Vogelzwitschern. Wir sehen Häuser, Passanten, lesen ein Plakat im Vorbeigehen, riechen den Duft von frischem Brot und lassen uns ein Kipferl schmecken. Was aber, wenn einer der beiden Fernsinne oder die Verarbeitung der Informationen beeinträchtigt ist?
Am 23. April 2014 fand die erste Weiterbildung für freiwillig Engagierte in den Räumlichkeiten der ÖHTB Zentrale statt. Abgehalten wurde die Fortbildung zum Thema „Sinnesbehinderungen“ von Mag. Ursula Heinemann, verantwortlich für die KlientInnenaufnahmen im ÖHTB und Schwester eines taubblinden Mannes, die den Abend abwechslungsreich gestaltete.

14 TeilnehmerInnen nahmen teil und es war für alle interessant zu erfahren, wo sich der jeweils andere im ÖHTB freiwillig engagiert. Personen, die regelmäßig Besuchsdienste machen, lernten unter anderem Freiwillige kennen, die 1 Woche pro Jahr die Wintersportwoche unentgeltlich begleiten.
Eines vorweg: der Abend verging viel zu schnell!
Bei zahlreichen praktischen Übungen konnten die TeilnehmerInnen selbst erfahren, wie ein Mensch mit Sinnesbehinderungen seine Umwelt erlebt. Ausgestattet mit einer Augenbinde  galt es Gewürze, Obst und Gemüse blind zu erkennen. Während einige da schon bei der Zwiebel scheiterten, erkannten andere selbst selten verwendete Gewürze.  Der Spaß kam bei dieser Übung jedenfalls nicht zu kurz.
Im Verlauf des Abends wurden noch weitere Übungen durchgeführt wie das Anwenden der richtigen Führtechnik bei einem blinden Menschen. So manch Freiwilliger mit Augenbinde wurde anfangs von seinem sehenden Partner aus Versehen gegen diverse Hindernisse befördert – Türen, Laternen und Stiegen waren  im Weg. Aber Ursula Heinemann stand allen helfend zur Seite und so konnte auch diese Übung erfolgreich abgeschlossen werden.  
Die Weiterbildung hat gezeigt, dass trotz des ernsten Themas ein humorvoller Zugang möglich ist. Die Resonanz der TeilnehmerInnen war durchwegs positiv und so fand im Oktober 2014 bereits eine Folgeveranstaltung zum Thema Gehörlosenkultur statt.

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