Sommerausflug nach Bratislava 2011

Wie fühlt sich die Welt für Menschen an, die kaum bis gar nicht hören und sehen können? Ein Bericht von Bernhard Köfler, selbst taubblind.
Sommerausflug nach Bratislava 2011

ÖHTB Ausflug nach Bratislava

Im Sommer 2011 gab es vom ÖHTB einen Stadtausflug nach Bratislava. Mit dem Schiff fuhren wir von Wien- Schwedenplatz bis nach Bratislava und zum Schluss fuhren wir dann mit dem Zug wieder nach Wien zurück. Das Wetter war ziemlich heiß, aber es war dort schön und interessant.

Am späten Vormittag trafen wir uns am Ufer vom Donaukanal  ganz direkt bei der Schiffsstation Schwedenplatz und ich sah eine kleine Gruppe vom ÖHTB, die auch mitfuhr. Danach stieg ich mit der Begleiterin gespannt auf das Schiff und das ist fast barrierefrei verlaufen. Die Begleiterin hatte für mich den besten Sitzplatz  in der ersten Reihe oben am Schiff gefunden, meine Sitznachbarin war die taubblinde Frau Schlögl. Während der Schiffsfahrt hatte ich die Landschaft der Frau Schlögl mit dem Lormen erklärt, obwohl ich selbst die Landschaft schwer erkannte.

Frau Schlögl spürte sicher die Bewegung und die Fahrtgeschwindigkeit vom Schiff ganz gut . Und sie spürte auch das spritzende Wasser aus der Donau auf  ihrer Haut und im Gesicht. Dabei wehte ein lebhafter und kühler Wind auf dem Schiff. Als ich aufstand half ich Frau Schlögl  beim Aufstehen. Wir gingen dann zum Schiffszaun und standen dort eine Weile im angenehmen Wind. Dabei bekamen wir mehrere Wasserspritzer aus dem Donauwasser ins Gesicht. Das war bei der Hitze am Schiff zum Glück als gute Abkühlung sehr angenehm.

Auch der Peter fühlte sich sehr wohl auf der Schifffahrt.

Als wir  bei der Schiffsstation Bratislava in der Nähe von der Altstadt ankamen, mussten wir ein bisschen steil hinauf gehen. Zum Glück  waren wir bald am ebenen Gebiet der Altstadt von Bratislava, sonst hätten wir beim Steilgehen viel schwitzen müssen. Weil das Wetter dort ziemlich heiß war.

Im Zentrum der Altstadt kamen wir an und ich erkannte nur schwer die alten Operngebäude. Besonders war ich beeindruckt, dass der weltberühmte Komponist Amadeus Mozart auch in der Altstadt von Bratislava eine Weile wohnte und lebte. 

Der Fußboden der Altstadt war sehr angenehm, weil mehrere größere flache Pflastersteine darauf lagen. Es war sehr angenehm und ideal für taubblinde und hörsehbehinderte Menschen beim Gehen.

Wir hatten Glück bei den Restaurants draußen freie Sitzplätze zu erwischen und zum Glück waren wir auch im Schatten vor der Sonne. Das war auch sehr gemütlich hier zu essen und trinken. Das 'bratislavische' Bier hat mir besonders gut geschmeckt und das Essen war auch sehr gut.

Wir waren dann beim berühmten alten Brunnen, der die Altstadt von Bratislava darstellt und aus Kupfer besteht. Ich sah den gravierten Brunnendeckel nicht so gut, jedoch konnte ich diesen ertasten. Die anderen Teilnehmer stiegen auf das uralte Metallrad und ließen sich zur Erinnerung fotografieren. Da stand der Peter stolz neben dem historischen Alt-Rad und fühlte die ungewöhnlichen Höhe vom Rad.

Zum Schluss gingen wir weiter zu den alten Straßenlagen und den sehenswerten historischen Gebäuden. Da zeigte mir die Begleiterin die alten geformten Figuren, wo ein Metallpferd aus einer runden Metallwanne trinkt. 

Das Wahrzeichen von Bratislava ist die Burg. Da konnten wir aber nicht hingehen, weil die Zeit schon zu knapp war. Dann fuhren wir mit dem Linienbus zum Bahnhof. Am Bahnhof  kauften wir Getränke und die nötigen Naschereien für die Zugfahrt. Als wir schon im Zug saßen, fuhr der Zug zum Glück gleich ab. Weil es im Zug ziemlich heiß war, wäre es mir lieber gewesen, mit dem Schiff nach Wien zurück zu fahren. Allerdings war der Fahrpreis im Allgemeinen günstiger als mit dem Schiff. Während der Zugfahrt war das Fenster offen, was eine gute Abkühlung war.

Wir kamen dann schnell in Wien an und haben uns herzlich verabschiedet. Es war ein sehr schöner und ein wenig anstrengender Ausflug nach Bratislava. 

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